0
Dein Projekt-MX5

Dein Projekt: Christian‘s Ghetto Porsche

28. Dezember 2018
Neue Einsendung in der Kategorie Dein Projekt: Christian‘s Ghetto Porsche – lasst euch von dieser Leidenschaft inspirieren. Fotos wie gewohnt am Ende der Spec-List:

 

Mai 2015 habe ich meine erste Anni in Flensburg gekauft. Der Wagen war verunfallt, vorne und hinten breit, aber technisch ok. Es war eine 10-Jahre-Edition mit 90.000 km. Auf der Suche nach passenden Teilen traf ich 2 Brüder, die mich später nicht nur bei meinem Projekt unterstützt haben, sondern auch gute Kumpels geworden sind. Ich bekam das Heck einer Rohkarosserie, um sie an meine Karosse zu setzen (Im Nachhinein, alles viel zu kompliziert). Auf der Suche nach den Teilen, die ich noch benötigte, wurde mir bei Ebay eine Rohkarosseriezum Bieten angezeigt. Vom Rostzustand nicht schlechter als meine, jedoch nicht verunfallt. Wie es der Zufall so wollte, war auch diese Karosse eine Anni. Nun ging es an die Arbeit.

Die Rohkarosseriehabe ich komplett durchgeklempnert und zum Lackieren gegeben. Die erste Anni wurde in ihre Einzelteile zerlegt und diese gründlich gesäubert. Die Schrauben und Bolzen habe ich neu verzinken lassen, sodass das Chassis einmal komplett aufgearbeitet war.
Soviel zu den Vorbereitungen, Jetzt ging es an den eigentlichen Umbau. Erstmal kaufte ich einen „5race“ Überrollbügel aus England, ein TA-Fahrwerk, gebrauchte Recaro-Sitze von einem Porsche in schwarz und ATS Cup-Felgen. Der Wagen war nie für Show und Shine gedacht. Es sollte ein unauffälliges, vernünftiges Auto werden, mit dem ich Spaß haben kann. (Deshalb auch die Farbe)

 

Kleine Details dürfen dennoch nie fehlen, wie den eingeprägten MAZDA Schriftzügen in den Stoßstangen und die umgebauten US Kennzeichen-Aussparungen. Nach der Edelstahl-Auspuffanlage brauchte die Ani nur noch TÜV und Eintragungen und ich konnte erstmal fahren. Die vordere Stoßstange und die Heckklappe waren immer noch grundiert. Aber es war Saison, und ich wollte fahren. Zu dieser Zeit hatte ich ca. ein Jahr an dem Auto geschraubt.

 

Im Juli 2016 habe ich die letzten Teile lackieren lassen, einen Ducktail-Spoiler gekauft und die Anni auf türkise MOTec Felgen geschmissen. Am zweiten Juliwochenende war es dann soweit. Die Anni war fertig und wir sind aufs TidM gefahren. Darauf hatte ich lange hingearbeitet und es hat sich gelohnt. Am 31.Juli machte ich mit der Mazda MX5 Gruppe Berlin Brandenburg einen Ausflug. Es war ein schöner sonniger Tag. Wir waren um Potsdam herum unterwegs als es passierte. Ich fuhr als letzter der Kolonne an eine Ampel an, als ich nur noch die roten Bremslichter meines Vordermanns sah.

 

Ich schob ihn ungebremst auf seinen Vordmann drauf. Meine Airbags waren ausgetragen aber mein Sportlenkrad verbogen. Und der Rest…
Beide Kotflügel, die Motorhaube, beide Scheinwerfer, die Stoßstange alle Kühler, der Schloßträger und etwas Kleinkram waren hinüber. Das war der Punkt, an dem alle dachten: „Das war’s jetzt mit dem Auto.“, aber ich dachte: „das kann es jetzt nicht gewesen sein, du hast ein Jahr an der Karre gebaut und bist jetzt endlich fertig, du könntest jetzt Spaß haben.“ Aber ich stand wieder am Anfang und sah einfach nur den Berg voll Arbeit. Denn klar war: ich bau kein Auto ein zweites Mal.

 

Wenn ich dieses Auto nochmal aufbauen würde, nimmt das Projekt unendliche Ausmaße an. Nach einem kurzen Tief, konnte ich mich dann im Winter dazu durchringen mich wieder ran
zusetzen, um vielleicht im nächsten Jahr fahren zu können. Hier kamen die Brüder wieder ins Spiel. Sie halfen mir das Auto komplett auszuräumen, und auf Böcke zu stellen. Ich hatte also wieder so ziemlich eine Rohkarosserie. Zuerst brachte ich den Vorderwagen auf Vordermann, die Jungs haben neue Teile besorgt. Die Karosse wurde von innen in Türkis lackiert (jetzt wollte ich nur noch ausrasten) Auch neue Scheinwerfer kamen rein und alles was noch hin war. Ein neues Fahrwerk von D2 Racing war ein Muss. Den polierten Edelstahl OBX Überrollbügel habe ich in den USA gekauft. Nach langem hin und her und gut Zureden meiner Freundin habe ich dann auch noch rote Honda Integra DC 5 Halbschalen Sitze gekauft. (Ich habe es nie bereut) Ich brauchte auch ein neues Lenkrad. Es wurde ein geschlüsseltes Wildlederlenkrad von MOMO.
Das Armaturenbrett habe ich auch noch einmal neu bezogen mit Alcantara.
Das Türkis vom Innenraum passte nicht mehr zum Türkis der Felgen. Nachdem ich diese jetzt auch so lange auf dem Auto hatte, habe ich sie mir auch wirklich satt gesehen (sie waren ca 3 Wochen auf der Straße unterwegs) und ich kaufte neue JAPAN Racing JR11 Felgen, die in der richtigen Farbe lackiert wurden.

 

Nachdem ich mich in meinen Projekten immer auf die Karosse konzentriert hatte (beim Sunny kam einfach ein anderer Motor rein) , wollte ich diesmal weiter gehen. Mehr Leistung, Motorumbau – völliges Neuland. Aber glücklicherweise hatte ich Menschen, die einen Plan hatten und mir die ganze Zeit mit Rat und tat zur Seite standen. Nach langem hin und her und anfänglich geplantem Kompressorumbau, entschieden wir uns aufgrund eines günstigen Angebots zu einem Turboumbau. Die nächste Zeit zog sich wie Kaugummi, ich kam nicht richtig weiter, es mussten viele Sachen für den Turbo umgebaut oder neu gefertigt werden (Ladeluftverrohrung,Schläuche, Ölkühler…) Ich habe die Stoßstange noch einmal umgebaut, indem ich einen Lufteinlass im Stoßfänger integriert habe, durch den die Luft durch einen Kanal zum Ölkühler kommt. Mein eigentlicher Plan, die Achse zu verbreitern, hätte in diesem Moment zu viel Zeit in Anspruch genommen, deswegen entschied ich mich zu einen „Übergangskotflügel“. Aus den kaputten Kotflügeln und einem Rostigen aus dem Schrott baute ich mir neue Kotflügel in die ich kein Geld investieren wollte. Also musste ich mir etwas einfallen lassen, was mit wenig Aufwand und finanziellen Mitteln trotzdem cool aussah. Ich lackierte den Kotflügel selbst, in dem ich die blanken Kotflügel mit einer lilanen Lasur überzog, mit Aufklebern beklebte und in Camouflage Muster lackierte. Danach zog ich die Aufkleber ab und tadaaaaaa… Tatoowierte Kotflügel. Einige Teile waren noch beim Lackieren, als mein Kollege einen Defender ins Rolltor fuhr. Die Anni stand genau auf der anderen Seite. Sie war „Gott sei dank“ ungebremst und rollte rückwärts in einen Mercedes SL. Das Rolltor lag auf dem Motor ohne Motorhaube und Scheinwerfer. Wenn man bis hierhin meine Geschichte mitverfolgt hat, kann man sich ansatzweise vorstellen wie ich mich in dem Moment gefühlt habe. Jetzt sollte die Lackiererei, die sich so schon feiern lassen hat, (seit 8 Monaten) das komplette Auto nochmal lackieren, weil ich hinten nach „Unfall“ eine Delle von der Leiter hatte, die noch in der Werkstatt stand. Nach einem Lackiererwechsel hatte ich mein Auto im Dezember 2017 wieder. Jetzt ging es an die Mechanik, Elektrik machen, Anzeigen anklämmen und die Anni wieder zum Leben erwecken. In dieser Zeit kamen noch einige Eyecatcher hinzu. Ich habe alle Schrauben im Motorraum und auch sonst alle sichtbaren durch lila eloxierte Schrauben ersetzt und weil das noch nicht genug war, brauchte meine Anni auf jeden Fall noch Haubenscharniere.

 

Die Firma „K-Tuned“ hat für Honda welche gebaut, die ich mir als Inspiration für meine eigen gebauten nahm.. Nun konnte ich meine Haube allein abnehmen und komplett öffnen, sodass ich sie quasi auf der Frontscheibe ablegen kann. Irgendwann war dann der Tag gekommen die Jungs kamen und haben das Ding wieder zum Laufen gebracht.

 

Nach dem ersten Abstimmen bei den Jungs, wurde ziemlich schnell klar dass der verbaute Krümmer zu viel Leistung frisst. Sie konnten das Auto erstmal abstimmen, jedoch nur auf 170 PS (was auf jeden Fall zu wenig war). Außerdem waren die Abgastemperaturen viel zu hoch. Ich wendete mich an Martin von SPR. Er baute mir einen vernünftigen Turbokrümmer, der hielt was er versprach. Mehr Leistung, mehr Drehmoment, niedrigere Abgastemepraturen und ein besseres Ansprechverhalten. Nach dem erneuten Einmessen bei den Brüdern brachte das Auto auf der gleichen MAP wie vorher 217PS. Wir sind jetzt im Dezember 2018. Soweit ist die Anni erstmal „fertig“ (wobei alle wissen dass ein Auto nie fertig ist) Zum Sommer hin muss ich alles noch eintragen lassen und hoffe dieses Auto endlich mal genießen zu können.

 

Specs

  • 1999er 10th Anniversary

Motor/Engine:

  • 1,8L mit Serien-Innereien
  • T25 Turbolader
  • Läuft bei knapp 0,5 bar Softaufladung mit 220PS
  • Xtd Sintermetal Kupplung
  • Toda fly wheel
  • Drosselklappen Beipass
  • RX8 Einspritzdüsen
  • Goedde Industries :
    • Öl Schwallblech
    • Rerout Kit
    • Teflon Ansaugbrückendichtung
    • 45er Wasserkühler
  • SPR Turbokrümmer, Downpipe und AGA
  • C1unikates Bremszylinder-Stopper
  • Titan-Bolzen für Ventildeckel
  • Lila eloxierte Aluschrauben

Interior:

  • DC5 Halbschalensitze in Rot
  • Momo Nabe und geschüsseltes Lenkrad
  • OBX Edelstahl-Bügel
  • IRP Short Shifter und Fly off (kommt 2019 rein)
  • Anzeigen für Öldruck, Abgastemperatur usw.
  • Armaturenbrett mit Alcantara bezogen
  • Innenraum leergeräumt und lackiert
  • Edelstahl-Fußraumbleche
  • Umgebaute Lenksäule zur Höhenverstellung
  • Kohlefaser-Türverkleidung mit Takata-Schlaufen als Türöffner
  • Jass Performance Hardtop Befestigung
  • C1unikates Quick Release Hood Hinges
  • Epman Schaltknauf in Neochrom(vor erst) bis der IRP Shifter rein kommt

Chasis:

  • Neu gepulverte Achsen mit PU-Buchsen und gelb verzinken Bolzen
  • D2 Racing Monotube Gewinde-Fahrwerk
  • Camber Arms hinten (Sturz-Korrektur)
  • Große Bremse aus dem NBFL
  • Stahlflex Bremsleitungen

EXTERIOR:

  • C1unikates:
    • Stoßfänger vorn umgebaut
    • Stoßfänger hinten umgebaut
    • Seitenwände verbreitert
    • Antenne gecleant
    • Kotflügel verbreitert und Blinker clean
    • Scheinwerfer umgebaut auf Bi-Xenonlinsen mit H7 Glühlampen und abgetönten Chrom
    • Ducktail-Heckspoiler umgebaut
  • Japstyle:
    • Spoilerlippe vorn
    • Seitenschweller
    • OEM Mazda Seitenschweller
    • Aston Martin DB9 Carbon Heckdefusor
    • Dachkanntenspoiler
    • Leicht getönte OEM Facelift-Rückleuchten
    • Haubenschnellverschlüsse
    • Quick Release an beiden Stoßfängern
    • Japan Racing Felgen JR11 8,25×16 auf 195/45 R16
 

You Might Also Like...

No Comments

    Leave a Reply